Pilzsaison endet

Gestern haben wir in einem andorranischen Wald wilde Puschels gesucht und dabei die letzte Gelegenheit genutzt in diesem Jahr Pilze zu finden. Wir haben hier die meisten Pilze, die wir diesen Herbst fotografiert haben, mit ein paar Infos dazu für alle interessierten Pilzfreunde aufgelistet.

Wie man auf dem Übersichts-Bild sieht, war unsere Ausbeute zwar gering, aber wir möchten Euch die schönsten Fotos trotzdem nicht vorenthalten.

Man erkennt sofort, dass wir sogar noch einen Fliegenpilz finden konnten.

Besonders gefreut haben wir uns über die 2 essbaren Maronenröhrlinge, die unter einer Kiefer waren und den Hut voller Tannennadeln haben.

Diese braunen, an Kastanien errinnernde, beliebte Speisepilze erkennt man auch leicht an ihrer schwammartigen Unterseite des Huts,

der keine Lamellen hat wie z.B. dieser tödlich giftige Feldtrichterling.

Bei diesem Pilz ist uns die Klassifizierung doch etwas schwer gefallen, weil es davon viele Doppelgänger gibt. Hier nochmal alle von der Seite.

Auch bei den 2 kleinen Pilzen links im Bild konnten wir nicht klären,

ob es sich dabei um Mehlstieltäublinge handelt oder um Hallimasche, welche gut gekocht essbar sind und besondere Eigenschaften besitzen,

sie leuchten im Dunkeln wegen ihrer Biolumineszenz; leuchtende Pilze,

das hört sich doch nach erfundener Science-Fiction an, oder doch nicht?

Ein einzelner Hallimaschpilz in den USA gilt seit seiner Entdeckung im Jahre 2000 als der jemals größte gefundene Pilz, mit 600 Tonnen und 900 Hektar sogar auch als das größte bekannte Lebewesen der Erde.

Es gibt passend zu diesem Thema eine gruselige Akte-X Folge (6. Staffel Episode: 138 - Sporen) der alten Kultserie Akte-X aus dem Jahre 1999 in der es um einen unglaublich riesigen Pilz geht. Kannten sie Diesen früher? Zumindest kein schlechter Rat sich beim Pilze-Sammeln nicht mit Sporen oder gelbem Schleim zu kontaminieren. Nur anfassen, was man kennt!

 

„Puschel, sind wir echt bei der Arbeit oder noch im Wald auf Pilzsuche?“

Man sollte bei Zweifel einen Kundigen fragen oder sie stehen lassen,

denn vor allem Hallimasche werden mit halluzinogenen Pilzen verwechselt. 

Ihren ungewöhnlichen Trivialnamen Hallimasch haben sie angeblich aufgrund ihrer Heilwirkung gegen Hämorrhoiden von „Heil im A****“, aber denkbar wäre auch eine alte Verwechslung mit einem Halluzinogenem, dann hat man buchstäblich „Hall im A*****“ und ist darauf selber im A****.

 

Leider sind nicht alle Pilze so unverwechselbar und vermeidbar, wie der Lieblingspilz unserer guten Pilz-Fee, Amanita, wie dieser Fliegenpilz.

Wir hatten Glück so spät noch so viele Exemplare vorgefunden zu haben.

Man kann ihn z.B. vom ähnlichen Speitäufel, den wir gesichtet haben, durch die fehlenden Flocken und seinen üblen Geruch unterscheiden.

Hier ist ein schönes Makro-Foto eines gesunden Stiels des Fliegenpilzes.

Wie man an dem kleinen rundem Loch durch Raupen-Fraß sehen kann, dienen diese Giftpilze Lebewesen, die das Gift vertragen, als Nahrung.

Wir haben bis auf 1 Exemplar alle Fliegenpilze im Wald stehen lassen, damit sich auch andere Raupen und Insekten davon ernähren können,

falls sie in der jetzigen Jahreszeit, keine bessere Nahrungsquelle finden.

 

Unser kleines Exemplar wird getrocknet und nächstes Jahr testweise gegen Fliegen verwendet. Wir berichten Euch dann gerne von der Wirkung.

Aber den kleinen runden Bovisten wollten wir aufgrund seiner Heilwirkung

nicht stehen lassen. Erst beim näheren Hinschauen, stellte sich heraus, dass es sich womöglich um seinen giften Doppelgänger handelt, dem Braunwarzigen Hartbovisten. Ein Verzehr war dadurch ausgeschlossen.

Nur der braunglänzende Maronenröhrling und die nachfolgenden Tintlinge,

hier noch ein Foto von seiner Oberseite,

sind echte Speisepilze. Aber aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters

haben wir auch diese Pilze nicht gegessen. Nur die Wiesenchampignons

haben wir uns roh als Salatbeilage munden lassen, hmmm sehr lecker!

Wiesenchampignons sind übrigens eine der wenigen Speisepilz-Arten,

die man bedenkenlos roh genießen kann. Roh verlieren sie viel weniger Vitamine, Heilkraft und Geschmack. Das macht sie wohl so beliebt. Auch seine weite Verbreitung und gute Unterscheidbarkeit sind wichtig. 

Diesen essbaren Rubinroten Täubling haben wir z.B. dort stehen lassen, weil er ein sehr selter Pilz ist und sein Bestand nicht reduziert werden soll.

Aufgrund der Ähnlickeit des Amethysttäublings mit ähnlichfarbigen, ungenießbaren Täublingen haben wir auch ihn stehen lassen und keine Kostprobe davon genommen. Sieht er nicht auch wunderschön aus mit seiner lila, weinrot bis weinbraunen Hutfarbe und intakten Lamellen?

Mit etwa 750 Arten zählen die Täublinge zu den artenreichsten Pilzgattungen, bei denen es viele mögliche Verwechslungen gibt.

Es ist daher grundsätzlich immer besser solche Pilze stehen zu lassen.

 

 

Auch dieser Braunschneidiger Helmling auch Braunschneidiger Wiesenhelmling war sehr schwer zu klassifizieren und konnte nur durch seinen Standort auf einer Wiese als Solcher eingeordnet werden.

Diese beiden Pfifferlingssaftlinge haben wir lieber auch nur fotografiert.

Auf der Suche nach solchen essbaren Pilzen sind uns aber auch einige ungewöhnliche Exoten begegnet, die wir Euch nicht vorenthalten wollen.

 

Der Eichen-Wirrling auch Eichen-Tramete genannt, ist ein Baumpilz und hat wie viele andere Baumpilze pharmakologisch wertvolle Inhaltsstoffe, von denen die Meisten aber noch entdeckt und erforscht werden müssen. Wie der Name schon sagt findet man den ungenießbaren Eichen-Wirrling oft an seinem wichtigsten Wirt, der Eiche.

Der Buchen-Aderzähling, auch Krauser Adernzähling ist ebenfalls ein Baumpilz, der gerne an toten noch ansitzenden und hängenden Ästen und Zweigen von Buchen wächst. Hier wächst der Pilz auf einem Holzstück.

Diese Goldgelbekoralle auch Ziegenbart genannt ist in ihrem jungen Alter zwar essbar, kann aber leicht mit der giftigen Bauchweh- und Dreifarbigen Koralle verwechselt werden, sodass wir sie lieber stehen gelassen haben. Sie ist vor allem in höheren Lagen, wie bei uns in den Pyrenäen, zu finden, ansonsten ist sie eher selten und sollte deshalb nicht geernet werden.

Wir haben also gelernt, dass es nicht nur Speise- und Giftpilze gibt,

sondern auch halluzinogene, leuchtende und unglaublich riesige Pilze.

Die Interessantesten für unsere Zukunft sind aber sicher die Heilpilze,

die sogar Krankheiten bekämpfen können. Ist die Natur nicht wundervoll?

Gibt es eigentlich irgendwas, was die Natur mit ihren Pilzen nicht kann?

Eine gute Internetseite, um allgemein mehr über Pilze zu erfahren und spezielle Pilze über eine Pilzsuchmaschine einzuordnen findet ihr auf: 

 

123pilze.de

 

Wir hoffen wir konnten Euer Interesse an Pilzen und die Natur wecken, sodass Ihr selber nach Pilzen im Wald sucht und die Natur respektiert. Habt Ihr dieses Jahr auch Fotos von Euren Funden und Ernten gemacht? Dann postet sie hier in den Kommentaren oder besser noch im Forum.

Die Pilzsaison ist zwar schon fast vorbei, aber schon im nächsten Jahr wird es sicher wieder einige Pilzpuschels und Viel zu lernen geben, vielleicht sogar wie man seine eigenen Champignons Zuhause züchtet, aber das ist eine andere Geschichte und soll ein Andermal erzählt werden.